Candida albicans

Untersuchungsmaterial

Vaginalsekret, Urin, Stuhl, Mund- und Rachenabstrich

Materialentnahme

Muß ohne vorherige Desinfektion erfolgen; bei Ausfluß mittels Öse, aber auch direkt vom Spekulum auf einen Objektträger bzw. Pilzagar bringen.


Nativpräparat

  • Einige Tropfen Untersuchungsmaterial auf einem Objektträger mit Deckglas abdecken und ungefärbt oder gefärbt bei mittelstarker Vergrößerung auf Pilzfäden und Sproßzellen durchmustern.
  • Zum Färben kann ein Tropfen gesättigter alkoholischer Methylenblaulösung dem Material auf dem Objektträger zugesetzt werden. Färbedauer 30 Sekunden.
  • Wenn das mikroskopische Direktpräparat negativ ist, muß unbedingt eine Kultur angelegt werden, da mehr als 10 % der Direktbefunde falsch negativ sind. Wurden Rundzellen, ovale Zellen, Pseudofäden und echte Fäden mikroskopisch nachgewiesen, muß kulturell geklärt werden, ob es sich um reine Saprophyten handelt oder um fakultativ pathogene Pilze.

Produktinfo:
Löfflers Methylenblaulösung


 

Primärkultur

Pilzagar mit reichlich Material beimpfen und bei Zimmertemperatur oder bei +37 C bebrüten. Hefen sind meist schon nach 2-3 Tagen gewachsen, Schimmelpilze brauchen etwas länger. Dermatophyten verursachen keine vaginalen Mykosen.

Produktinfo:
Pilzagar nach Kimmg
SABOURAUD-2% Glucose-Agar
Candida-Elektivagar nach NICKERSON



 

Identifizierung von Candida albicans

Reisextrakt-Agar: Von der Primärkultur wird mit der Impföse wenig Material entnommen und in dünnen Strichen aufgetragen. Deckgläser werden aufgelegt. Bebrütung bei +20 C bis +25 C, Ablesung nach 24-48 Stunden.

Produkt Info:
Reisextrakt-Agar

 


 

Mikroskopische Untersuchung der Kultur

Candida albicans

Mikroskopische Identifizierungsmerkmale auf Reisextrakt-Agar:
Typisch für Candida albicans sind die meist runden, granulierten, am Pseudomyzel gebildeten oder einzeln liegenden Chlamydosporen.
1 = Chlamydosporen
2 = Pseudomyzel
3 = Blastosporen (Sproßzellen)




 

Andere Pilzgattungen

Arthrosporen (Gliedersporen) sind typisch für die Hefegattung Trichosporon und die Schimmelpilzgattung Geotrichum. Trichosporon hat Sproßzellen (meist in Haufen) und Arthrosporen, die aus den Myzelfäden entstehen; Geotrichum dagegen hat niemals Sproßzellen, sondern nur Arthrosporen, die aber mit Sproßzellen verwechselt werden können, wenn sie einzeln oder in Haufen liegen. Abgebildet ist Geotrichum candidum, der "Milchschimmel".
Sexualsporen, z.B. Askosporen, sind typisch für "perfekte" Hefen, d.h., für Hefen, die sexuell aktiv sind, z.B. für Saccharomyces cerevisiae, die Bierhefe, die im Vaginalsekret vorkommen kann, wenn Spülungen mit hefehaltigen Flüssigkeiten vorgenommen werden. Die Abbildung zeigt Askosporen von Saccharomyces cerevisiae auf Reisextrakt-Agar.
Die weitere Differenzierung der Hefen erfolgt mit Hilfe biochemischer Reaktionen, und zwar durch Prüfung der Gärungseigenschaften und der Assimilationsfähigkeiten. Einige weitere Tests sind von Fall zu Fall erforderlich, z.B. Ureasetest, Fettspaltung u.a. Diese Untersuchungen sind Speziallaboratorien vorbehalten.

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